mitochondriale funktionsstörungen un covid 19

Mitochondriale Funktionsstörungenund COVID-19: Ansatz der Mikroimmuntherapie

dr. lourdes reig
Dr.
Palma de Mallorca, Spanien

Eine optimale Immunfunktion hängt u.a. von einem ausgeglichenen Zellstoffwechsel und einem guten Zustand der Mitochondrien ab. Daher induzieren eine Vielzahl von Viren Schäden an den Mitochondrien bzw. manipulieren deren Dynamik, um den Abwehrmechanismen zu entkommen und somit ihr eigenes Überleben bzw. ihre Replikation zu gewährleisten. Mitochondriale Funktionsstörungen können zudem zu einem erhöhten oxidativen Stress in den Zellen und einer systemischen Toxizität führen. Jüngste Belege lassen vermuten, dass Fehlfunktionen der Mitochondrien auch bei der Pathogenese von COVID-19 eine Rolle spielen könnten.

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mediterrane ernährung und neuroprotektion

Alzheimer- und Parkinson-Erkrankungen entstehen nicht durch einen einzelnen Mechanismus. Oxidativer Stress, Neuroinflammation, mitochondriale Dysfunktion, vaskuläre Schäden, Störungen der Darm-Hirn-Achse und die Ablagerung fehlgefalteter Proteine greifen vielmehr ineinander. Genau an dieser Komplexität könnte die mediterrane Ernährung ansetzen. Eine aktuelle Übersichtsarbeit von Fekete et al. (2025) fasst zusammen, wie das Ernährungsmuster und seine polyphenolreichen Bestandteile kognitive Alterungsprozesse und neurodegenerative Erkrankungen beeinflussen könnten.

Die mediterrane Ernährung zeichnet sich durch einen hohen Anteil an Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Nüssen und nativem Olivenöl extra aus. Hinzu kommen regelmäßig Fisch, moderate Mengen an Milchprodukten und Geflügel sowie ein geringer Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch. Die Autoren der Übersichtsarbeit untersuchten neben dem gesamten Ernährungsmuster insbesondere Resveratrol aus Trauben und Beeren sowie Oleuropein und weitere phenolische Verbindungen aus Oliven und Olivenöl.

spermidin schlüsselstoff für gesundes altern

Altern ist der wichtigste Risikofaktor für zahlreiche chronische Erkrankungen. Mit zunehmendem Lebensalter nehmen unter anderem die Leistungsfähigkeit der Mitochondrien, die zelluläre Reparatur, die Immunfunktion und die Fähigkeit zur Beseitigung beschädigter Zellbestandteile ab. Ein körpereigener Stoff rückt deshalb zunehmend in den Fokus der Altersforschung: Spermidin. Das natürliche Polyamin kommt in praktisch allen Zellen und Geweben vor und ist an Zellwachstum, Genregulation, Proteinsynthese und Geweberegeneration beteiligt.

Eine Übersichtsarbeit von Ni und Liu (2021) fasst zusammen, über welche molekularen Mechanismen Spermidin Alterungsprozesse beeinflussen könnte und welche Bedeutung sich daraus für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurodegenerative und metabolische Erkrankungen sowie muskuloskelettale und immunologische Störungen ergibt. Die zentrale Botschaft lautet: Spermidin wirkt nicht über einen einzelnen Signalweg. Es greift vielmehr an mehreren Grundmechanismen des Alterns an – allen voran an der Autophagie.

silent inflammation

Chronische Erkrankungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs unterscheiden sich klinisch deutlich. Dennoch teilen sie häufig einen zentralen pathophysiologischen Mechanismus: eine dauerhaft aktive, niedriggradige Entzündung. Diese sogenannte Silent Inflammation verläuft meist ohne die klassischen Zeichen einer akuten Entzündung, kann aber über Jahre Stoffwechsel, Gefäßfunktion, Gewebestruktur und Immunregulation beeinträchtigen.

Eine aktuelle Übersichtsarbeit von Cifuentes et al. (2025) fasst die wichtigsten Auslöser, molekularen Mechanismen und therapeutischen Perspektiven zusammen.

nad+ vorstufen

Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid (NAD) ist ein zentrales Coenzym des menschlichen Energiestoffwechsels und spielt eine Schlüsselrolle bei zahlreichen biologischen Prozessen, darunter mitochondriale Energieproduktion, DNA-Reparatur und Zellalterung. Mit zunehmendem Alter sinken die NAD-Spiegel im Körper, weshalb Strategien zur Erhöhung dieses Moleküls intensiv erforscht werden.

kreatin im fokus der gehirnforschung

Kreatin ist vor allem aus dem Sport- und Muskelstoffwechsel bekannt. Seine physiologische Bedeutung geht jedoch weit darüber hinaus: Über das Kreatin-Phosphokreatin-System trägt es zur schnellen Regeneration von ATP bei und unterstützt damit die Energieversorgung von Geweben mit hohem Energiebedarf. Dazu zählt auch das Gehirn, das trotz seines geringen Anteils an der Körpermasse einen erheblichen Teil des Ruheenergieverbrauchs beansprucht. Besonders unter Bedingungen erhöhter metabolischer Belastung – etwa bei Schlafmangel, Hypoxie, neurodegenerativen Erkrankungen oder anderen Störungen der Neuroenergetik – könnte Kreatin daher eine relevante Rolle spielen.
Die aktuelle Übersichtsarbeit von Pratt et al. (2026) zeigt jedoch auch: Die Forschung zu Kreatin und Gehirngesundheit steht methodisch noch vor erheblichen Herausforderungen. Zwar gibt es Hinweise, dass eine Supplementierung die Kreatinverfügbarkeit im Gehirn erhöhen und neuroenergetische Prozesse unterstützen kann. Gleichzeitig ist die Studienlage klein, heterogen und schwer vergleichbar. Ein zentrales Problem ist die Messung von Gehirn-Kreatin mittels Magnetresonanzspektroskopie, da Unterschiede in Messmethoden, Auswertung und Reproduzierbarkeit die Interpretation der Ergebnisse erschweren.

glyphosatartikel

Glyphosat ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Herbizid. Seit seiner Einführung in den 1970er-Jahren wird es vor allem in der Landwirtschaft zur Unkrautbekämpfung eingesetzt, häufig in Kombination mit genetisch veränderten glyphosatresistenten Nutzpflanzen. Aufgrund des jahrzehntelangen intensiven Einsatzes lassen sich Rückstände heute ubiquitär in der Umwelt nachweisen.

Lange Zeit galt Glyphosat als relativ unbedenklich für den Menschen, da sein primärer Wirkmechanismus – die Hemmung des Shikimat-Stoffwechselwegs – nur in Pflanzen und Mikroorganismen vorkommt, nicht jedoch in menschlichen Zellen. Neuere Forschungsarbeiten stellen diese Einschätzung jedoch zunehmend infrage.

Die vorliegende Übersichtsarbeit von Mazuryk et al. aus dem Jahr 2024 fasst aktuelle Studien zur Toxizität von Glyphosat und glyphosathaltigen Herbizidformulierungen zusammen. Im Mittelpunkt stehen mögliche Auswirkungen auf das Darmmikrobiom, das Nervensystem sowie weitere Organsysteme.

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